
Wenn eine Frau ungeplant oder sogar ungewollt schwanger geworden ist, zieht es ihr oft erst einmal den Boden unter den Füßen weg. Der Kopf fährt Karussell und der Körper scheint im freien Fall keinen Halt mehr zu finden. Sobald sich der erste Schock ein bisschen gelegt hat, ploppen dann aber ziemlich schnell Fragezeichen auf. Diesen ersten Fragezeichen soll sich dieser Eintrag widmen:
1. Ich glaube, ich bin schwanger! Wie bekomme ich am schnellsten heraus, ob das stimmt?
Wirklich zuverlässig herausfinden, ob du schwanger geworden bist, kannst du eigentlich erst, wenn deine Regelblutung überfällig ist. Es gibt zwar Frühtests, doch diese sind nicht ganz so zuverlässig, sodass sich ein Test, der Gewissheit schaffen soll, eigentlich erst dann wirklich lohnt, wenn die Periode ausbleibt. Beim Arzt deines Vertrauens kann es schneller gehen. Er kann schon ca. 6-9 Tage nach der Befruchtung einen Bluttest machen. Auf das Ergebnis wartest du etwa einen Tag.
2. Ich bin zwei Tage überfällig und habe heute positiv getestet – dabei habe ich doch gestern noch Alkohol getrunken. Wird das dem Kind schaden?
Nein. Du brauchst dir keine Sorgen zu machen. In der ersten ca. 14 Tagen nach der Befruchtung gilt das sogenannte „Alles-oder-nichts-Prinzip“ (vgl. BZgA). Nur eine gesunde Eizelle nistet sich ca. 10-14 Tage nach der Befruchtung in der Gebärmutter ein. Erst nach der Einnistung wird der Embryo an den Blutkreislauf der Mutter angeschlossen, sodass Giftstoffe wie Alkohol auch beim Kind ankommen können.
3. Ich bin schwanger und weiß nicht, von wem. Wie kann ich es herausfinden?
Die Phase deiner fruchtbaren Tage lässt sich eingrenzen. Online findest du verschiedene Rechner, die dir helfen können, deine fruchtbaren Tage rückwirkend zu bestimmen. Wenn du möchtest, können wir dies auch am Telefon gemeinsam machen. Melde dich gern jederzeit bei uns. Um größtmögliche Sicherheit zu erlangen, stattest du am besten deiner behandelnden Frauenärztin oder deinem Frauenarzt einen Besuch ab. Sie /er kennt dich und deinen Zyklus und kann den Zeitraum der möglichen Befruchtung ggf. noch näher eingrenzen. Laborwerte sowie eine Ultraschalluntersuchung können Aufschluss geben.
4. Was soll ich dem Kind denn bieten? Ich habe doch überhaupt kein Geld!
Häufig wird überschätzt, was dem Kind alles geboten werden muss. Ein Baby braucht erstmal nicht viel zum Leben – außer ganz viel Geborgenheit und Liebe, und das kostet nichts. Es gibt staatliche und teilweise auch private Unterstützungsmöglichkeiten. Wirf doch mal einen Blick auf diese Seite und sprich uns gern an, damit wir eine individuelle Lösung für dich finden können.
5. Ich habe schon Kinder und bin jetzt schon überfordert! Was soll ich tun?
Du leistest Großartiges! Du hast den härtesten, gleichzeitig aber auch wichtigsten Job der Welt: Du bist eine Mama, und du tust alles, was du kannst, um deine Kinder zu lieben und zu schützen. Das Wichtigste ist: Einer allein muss niemandem gerecht werden – mit vereinten Kräften geht es viel besser. Deshalb ist es hilfreich, die eigenen Ansprüche zu überprüfen: Was bedeutet es überhaupt, jemandem gerecht zu werden? Muss ich wirklich alles selbst machen? Wo können meine Kinder / mein Partner / meine Eltern / Nachbarn / Freunde vielleicht einspringen und mich entlasten? Ich darf Hilfe annehmen! Ich darf geben, und ich darf nehmen. Tatsächlich tun andere helfende Hände den Kindern sogar gut. Manchmal haben wir das Gefühl, dass wirklich niemand in greifbarer Nähe ist, dann kann es helfen, externe Unterstützung anzunehmen: Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine Haushaltshilfe bei der Krankenkasse beantragt werden. Außerdem gibt es Ehrenamtliche, die in die Familien kommen und Hilfen anbieten. Auch in diesem Fall können wir gern mit dir individuelle Ideen erarbeiten. Ruf uns hierfür jederzeit an oder schreib uns eine Mail.
6. Die Ärzte haben den Verdacht, dass mein Kind krank ist. Wer kann helfen?
Um in einem solchen schwierigen Fall eine verantwortungsvolle Lösung zu finden, ist umfassende Information und ausführliche Beratung das A und O. Bei Verdacht auf das Down-Syndrom z. B. raten heute viele ÄrztInnen zum Schwangerschaftsabbruch, obwohl bekannt ist, dass sowohl die Kinder mit dieser Besonderheit als auch deren Angehörige ein glückliches und erfülltes Leben führen können. Es ist wichtig, sich nicht unter Druck setzen zu lassen, sondern alles genau abzuwägen. Bei allen Diagnosen und Vermutungen gilt: Zweit- und ggf. Drittmeinung einholen! Auch wir haben Kontakte zu Fachärzten, deren ergänzende Einschätzung wir erbitten können. Bitte sprich uns in einem solchen Fall an.
Dir brennt eine weitere Frage unter den Nägeln? Dann kontaktiere uns auf dem Weg, der dir am meisten entspricht: Ruf uns jederzeit (24 Std.) unter 0800 / 36 999 63 an, oder schreib uns eine Mail. Wir nehmen uns die Zeit, die du brauchst, hören dir zu und erarbeiten gemeinsam eine Lösung, die zu dir passt.
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